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Das American National Standards Institute (ANSI) hat der SGS die Akkreditierung erteilt, um ausländische Zulieferer von Lebensmitteln im Rahmen des von der Food and Drug Administration (FDA) autorisierten Food Safety Modernization Act (FSMA) zu zertifizieren.

Corn field and grain silos

Betriebe, die für den US-amerikanischen Food-Markt produzieren und dort Lebensmittel in den Verkehr bringen, müssen die neuen Bestimmungen des US-amerikanischen Gesetzes zur Modernisierung der Lebensmittelsicherheit (FSMA) erfüllen. Durch die Akkreditierung erhält SGS die Befugnis, ausländischen Lieferanten die FSMA-Zertifizierung sowohl für das Voluntary Qualified Importer-Programm (VQIP) als auch für das Foreign Supplier Verification Program (FSVP) zu erteilen. Anbieter aus der Food-Branche können sich für beide Zertifizierungen entscheiden oder von beiden Compliance-Systemen dasjenige auswählen, welches für sie am relevantesten ist.

„Wir freuen uns, unser Angebot mit dieser akkreditierten Zertifizierung erweitern zu können. Exporteure aus Deutschland können mit dem FSMA-Zertifikat gegenüber ihren Handelspartner nachweisem, dass sie die US-amerikanischen Sicherheitsvorschriften für Lebensmittel einhalten", sagt Dana Seyfarth, Produktmanagerin Food bei der SGS. „Dies ist ein echter Meilenstein sowohl für ausländische Lieferanten als auch für ihre US-amerikanischen Kunden. Er ermöglicht Importeuren, im Rahmen des Voluntary Qualified Importer-Programms eine beschleunigte Einfuhr von Lebensmitteln zu beantragen, während sich für ausländische Lieferanten neue Möglichkeiten beim Export von Food-Produkten in die USA eröffnen.“

Hintergrund-Informationen zum FSMA

Im Jahr 2011 beschloss die Obama-Regierung, die Lebensmittelgesetze der USA umfassend zu reformieren. Der Food Safety Modernization Act (FSMA) wurde die größte Reform der US-Lebensmittelsicherheitsgesetze seit über 70 Jahren. Im Gegensatz zu früheren Regelungen liegt der Fokus des Gesetzes auf der Vermeidung von Kontaminationen von Lebensmitteln in der gesamten Supply-Chain: Es greift somit tief in die komplette Wertschöpfungskette der Food-Produktion ein. Auch ausländische Betriebe, die bei der FDA registriert sind und Lebensmittel in die USA exportieren, fallen unter den FSMA. Ebenso müssen US-Importeure sicherstellen, dass ihre ausländischen Zulieferer die Standards des Food Safety Modernization Acts einhalten.

Das Gesetz wurde im September 2015 rechtlich verpflichtend und anschließend in mehreren Stufen für verschiedene Betriebsgrößen umgesetzt. Seit September 2018 gilt es nicht nur für große und mittlere Betriebe, auch Kleinstunternehmen und „qualified facilities“ wie Bauernhöfe, die Lebensmittel herstellen, fallen jetzt unter die Regelung. Der FSMA gilt praktisch für alle Lebensmittelkategorien von Fisch, Meeresfrüchten und Wildfleisch über Obst und Gemüse, alle Arten von Getränken und Milchprodukten bis hin zu Lebensmittelkonserven, Babynahrung und Zutaten für Nahrungsergänzungsmittel. Ausnahmen sind nur in sehr engen Grenzen erlaubt.

Welche Folgen hat der FSMA?

Betriebe, die unter das Gesetz fallen, müssen für die FDA einen Food Safety Plan erstellen. Er sieht vor, alle möglichen bekannten oder vorhersehbaren Gefahrenquellen zu analysieren („hazard analysis“), welche die Sicherheit der Produkte beeinträchtigen könnten. In einem zweiten Schritt muss im Food Safety Plan genau dargelegt werden, durch welche präventiven Maßnahmen und Kontrollen die analysierten Gefahren bestmöglich verhindert werden („risk-based preventive controls“). Dieser Schritt beinhaltet eine ausführliche Dokumentation aller Kontrollen und Maßnahmen, die aufgrund der Risikoanalyse eingeleitet wurden.

Das Foreign Supplier Verification Program (FSVP) verpflichtet Importeure von Food-Produkten dazu, sicherzustellen, dass die von ihnen importierten Waren den Standards des FSMA entsprechen. Dazu wird eine risikobasierte Gefahrenanalyse („risk-based hazard analysis“) erstellt und eine Evaluation aller Lieferanten vorgenommen. Die Importeure können anschließend entscheiden, ob weitere Compliance Audits von Lieferanten vor Ort erforderlich sind.

FSMA und Third-Party Certification

Eine Möglichkeit für US-Importeure, dem FSVP nachzukommen, bietet das von der FDA anerkannte Voluntary Qualified Importer Program (VQIP). Dieses Third-Party Certification Program steht ausländischen Lieferanten zur Verfügung. Es hat den Vorteil, dass es den Einfuhrprozess von Lebensmitteln, die unter den Food Safety Modernization ACT fallen, vereinfacht, da von den US-Importeuren nicht länger der Nachweis einer FSMA-Prüfung oder anderer Compliance-Anforderungen benötigt wird. Ausländische Betriebe, die über eine Zertifizierung verfügen, können so zudem leichter neue Kunden auf dem US-Food-Markt hinzugewinnen. Außerdem kann die FDA für bestimmte Hochrisikoprodukte eine VQIP-Zertifizierung verlangen.

Der FSMA ermöglicht der FDA über Akkreditierungsstellen wie ANSI Third-Party-Zertifizierungsstellen für Lebensmittelsicherheit einzurichten. SGS wurde dazu von ANSI zugelassen gemäß der internationalen Norm „ISO / IEC 17065, Conformity assessment – Requirements for bodies certifying products, processes, and services“ sowie der einschlägigen Anforderungen an das Regulierungs- und Zertifizierungssystem.

Trainings an der SGS Academy

SGS bietet neben der akkreditierten Zertifizierung auch modulare Trainings an, um Betriebe und Organisationen bei der Einhaltung der FSMA-Richtlinien zu unterstützen. Buchen Sie beispielsweise direkt die PCQI-Schulung „Preventive Control Qualified Individual Human Food“ in Frankfurt am Main.