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Die SGS prüft Deutschlands größtes Kraftwerk mit einem Spezialroboter. An für Menschen unerreichbaren Stellen spürt der mobile Prüfapparat nach Fehlern an Schweißnähten. Der Betreiber RWE kann so technische Ausfälle vermeiden. Bei Wartungsarbeiten und Sicherheitskontrollen in Kraftwerken sind zerstörungsfreie Prüfungen unverzichtbar. Das Non-Destructive-Testing (NDT) hilft, Materialfehler an Kesseln und Leitungen zu entdecken und so folgenschwere Ausfälle zu vermeiden. Doch nicht überall treffen Inspekteure auf optimale Prüfbedingungen.

Im Kraftwerk Neurath, Deutschlands größtem Braunkohlekraftwerk, standen die Ingenieure des Betreibers RWE und die Materialprüfer der SGS vor einer Herausforderung. In den neuen Blöcken galt es, die Schweißnähte eines Sammlers regelmäßig zu kontrollieren. Die Anschlussstellen sind für Menschen nur eingeschränkt zugänglich, durch hohe Temperaturen und Drücke aber extrem belastet. Da bisher kein Prüfsystem auf dem Markt verfügbar war, erstellte RWE einen umfangreichen Anforderungskatalog, in dem unter anderem die einzuhaltende Abmessungen, Prüfgeschwindigkeiten und mindestens festzustellende Fehlergrößen spezifiziert wurden.

„Wir mussten also eine Lösung für die wiederkehrende Prüfung der Verbindungsnähte finden, um Produktionsausfälle und hohe Kosten durch aufwändige Reparaturen zu vermeiden“, sagt Helmut Bließen, der bei der SGS die NDT-Services im Kraftwerksbereich verantwortet.

„Das Angebot von SGS war von allen Vorschlägen, die wir auf unseren Anforderungskatalog erhalten haben, das überzeugendste“ ergänzt Andreas Schmidt, zuständiger Projektleiter bei RWE.

SGS bringt Roboter zum Einsatz

Bereits nach kurzer Zeit konnte das Spezialisten-Team der SGS eine Lösung präsentieren. Künftig wird ein so genannter Manipulator die NDT-Prüfungen an den bisher eingeschränkt erreichbaren Nahtstellen übernehmen. Dabei handelt es sich um einen eigens konstruierten Prüfroboter, der am Heizflächenrohr aufgesetzt wird und von dort ferngesteuert zu den zu prüfenden Schweißnähten fährt. Automatisiert werden dann Verbindungsfehler in den Schweißnähten zwischen Heizflächenrohr und Nippel mittels Ultraschall (UT-Phased Array) detektiert. Bei der Kontrolle der Kehlnaht zwischen Sammler und Nippel kommen zusätzlich Wirbelstromprüfungen (ET-Eddy Current Testing) zum Einsatz. Zudem verfügt der Manipulator über eine hochauflösende Kamera, die ergänzende visuelle Prüfungen erlaubt. Alle dabei gesammelten Daten werden aufgezeichnet. Das schafft Reproduzierbarkeit und ermöglicht vergleichende Bewertungen der Werkstoffe zwischen verschiedenen Zeitpunkten.

Der vorliegende Prototyp entstand in Zusammenarbeit mit ec-works und konnte bereits in mehreren Testläufen seine Leistungsfähigkeit bei der Suche nach Materialfehlern unter Beweis stellen. Jetzt soll sein Einsatzspektrum erweitert werden, so dass künftig auch Prüfungen an anderen Werkstoffen sowie variablen Rohrquerschnitten vorgenommen werden können.

Regelmäßige Innovationen

„Bei der SGS entwickeln wir häufig individuelle Prüflösungen für unsere Kunden“, sagt NDT-Experte Bließen. „Immer wieder sind unsere Fachkräfte für zerstörende und zerstörungsfreie Prüfungen mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die mitunter sogar den Einsatz von eigens konstruierten Spezial-Robotern verlangen. Zum einen weil regelmäßige Qualitätskontrollen automatisiert werden sollen. Zum anderen weil die Prüfgegenstände für den Inspekteur nur sehr schwer oder unter großen Gefahren zugänglich sind.“

SGS im Juni auf der WCNDT in München

Interessenten, die mehr über dieses Projekt, die eingesetzte Robotertechnik sowie die Prüfservices der SGS erfahren möchten, haben dazu auf der diesjährigen World Conference on Non Destructive Testing (WCNDT) in München die Gelegenheit. Die SGS wird auf der Fachmesse vom 13.06. bis zum 17.06.2016 mit einem eigenen Stand vertreten sein sowie das beschriebene RWE-Projekt im Konferenzprogramm vorstellen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.