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Die Europäische Kommission will auf EU-Ebene künftig Höchstgehalte für Tropanalkaloide in Getreidebeikost für Säuglinge festsetzen. Die toxischen Stoffe können als Verunreinigungen zum Beispiel in Brei aus Sorghum, Hirse und Buchweizen nachgewiesen werden. Die SGS prüft solche und andere Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder auf eine Kontamination mit Tropanalkaloiden. Die Verkehrsfähigkeit der Produkte wird anhand aktueller Risikobewertungen beurteilt.

Tropanalkaloide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Natur zum Beispiel in Nachtschattengewächsen wie dem gemeinen Stechapfel (Datura stramonium), der Tollkirsche (Atropa belladonna) oder dem Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) vorkommen. Trotz guter landwirtschaftlicher Praxis kann es bei der Ernte von bestimmten Getreidesorten, Süßgräsern oder Knöterich-Gewächsen vorkommen, dass die in den genannten Beikräutern enthaltenen toxischen Substanzen ungewollt mitverarbeitet werden. Somit können sie auch in Verzehrprodukte gelangen, die Getreidekörner, Sorghum-Hirsen oder Buchweizen enthalten.

Mögliches Gesundheitsrisiko für Säuglinge

Da einige Tropanalkaloide auch als Arzneistoffe eingesetzt werden, ist aus der medizinischen Forschung bekannt, dass die Stoffe bereits bei niedrigen Dosierungen zu Benommenheit, Übelkeit und Kopfschmerzen führen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht bei einem Vielverzehr von mit Tropanalkaloiden kontaminierten Lebensmitteln von einer mittelschweren bis schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung für Verbraucher aus.

Ein mögliches Gesundheitsrisiko besteht für Personen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden und ganz besonders für Säuglinge und Kleinkinder. In Lebensmitteln für Babies – insbesondere in Getreidebrei – sollten die Tropanalkaloide demnach nur in sehr geringem Maße nachweisbar sein. In der Europäischen Union soll das Vorkommen dieser sekundären Pflanzenstoffe deshalb künftig stärker kontrolliert werden.

SGS prüft Höchstgehalte für Atropin und Scopolamin

Im Fokus von Laboranalysen für die Lebensmittelindustrie stehen vor allem die Tropanalkaloide Atropin und Scopolamin. Laut einem aktuellen Änderungsantrag für die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 sollen die Höchstgehalte für diese Tropanalkaloide bei 1,0 µg/kg in Getreidebeikost festgesetzt werden.

Zwar gibt es EU-weit noch keine standardisierte und validierte Methode für die Analytik von Tropanalkaloiden in Lebensmitteln. Dennoch sind die Experten des Prüfinstituts SGS im Labortest dazu in der Lage, Gehalte der chemischen Verbindungen bei Lebensmittelprüfungen zu bestimmen.

Labortests mit Bestimmungsgrenzen bis zu 1,0 Mikrogramm pro Kilogramm

Die Labore der SGS nutzen dazu das Verfahren der Flüssigchromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS). So sind im Labor Bestimmungsgrenzen bis zu 1,0 µg/kg in Lebensmitteln wie Kräutern, Tee sowie in Cerealien und Getreide-Erzeugnissen möglich. Mit Hilfe dieser Analysen können Hersteller bereits heute sicherstellen, dass ihre Produkte die künftig in der EU geltenden Höchstgehalt für Tropanalkaloide nicht überschreiten.

Für Anfragen zur Analyse von Tropanalkaloiden in Getreidebeikost oder anderen Lebensmitteln nutzen Sie bitte unser Kontaktformular oder wenden sich direkt telefonisch an unsere Experten aus dem Bereich Consumer Testing Services Food.

Kontakt

SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH 
Consumer Testing Services Food / Agricultural Services
Maria Oelze
Tegeler Weg 33
D-10589 Berlin
Telefon: +49 (0)30 34607 786