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Für vorverpacktes Fleisch der Tierarten Schwein, Geflügel, Ziege und Schaf ist die verpflichtende Herkunftskennzeichnung eine beschlossene Sache. Sie gilt verbindlich ab dem 1. April 2015. Wer dagegen Fleisch lediglich als Zutat verarbeitet, muss dessen Herkunft nicht auf Verpackungen kenntlich machen. Noch. Denn die EU-Kommission soll jetzt einen entsprechenden Verordnungsvorschlag erarbeiten. SGS bringt Sie auf den aktuellen Stand der zu erwartenden gesetzlichen Änderungen.

Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die EU-Parlamentarier Anfang Februar 2015 dafür aus, dass die EU-Kommission einen Verordnungsvorschlag über eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch vorlegen soll, das als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln wie Lasagne, Suppen oder Wurstwaren eingesetzt wird. Hintergrund ist die seit 13. Dezember 2014 gültige EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), die neben einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für vorverpacktes frisches, gekühltes und gefrorenes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch der Kommission die Möglichkeit einräumt, auch für andere Lebensmittel entsprechende Angaben vorzuschreiben.

Herkunftsinformationen schaffen Vertrauen

Die Parlamentarier begründen ihren Entschluss unter anderem mit wiederholten Betrugsfällen, die es insbesondere im Zusammenhang mit verarbeitetem Fleisch gegeben hat. Es sei daher wichtig, den Verbraucher mit Blick auf mehr Transparenz besser zu informieren und sein Vertrauen in die im Binnenmarkt angebotenen Produkte wiederherzustellen. Zudem belege der im Dezember 2013 veröffentlichte Kommissionsbericht zur Herkunftskennzeichnung, dass mehr als 90 Prozent der Verbraucher es für wichtig halten, die Herkunft des Fleisches in verarbeiteten Lebensmitteln zu kennen.

Große Herausforderungen für Lebensmittelunternehmen

Selbst wenn derzeit noch vollkommen offen ist, ob ein solcher Vorstoß tatsächlich erfolgreich verabschiedet wird, lohnt es sich schon jetzt, mögliche Szenarien auszuloten, die auf solch eine Pflicht folgen könnten. Klar ist: Die bestehende Pflicht zur Rückverfolgbarkeit nach der europäischen Lebensmittel-Basisverordnung Nr. 178/2002 ist nicht auf eine lückenlose Nachvollziehbarkeit des Produktionsweges abgestimmt, den der Rohstoff Fleisch entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Lebensmittels nehmen kann. Denn sie folgt dem Prinzip „eine Stufe davor – eine Stufe dahinter“ und dient im Kern der Lebensmittelsicherheit und weniger dem Ziel einer umfassenden Verbraucherinformation.

Mehr Wissen entlang der Wertschöpfungskette dank Zertifizierungen

Zertifizierungen nach gängigen Standards der Lebensmittelindustrie, etwa IFS oder BRC, versprechen dagegen eine gute Vorbereitung für eine etwaige künftige Pflichtangabe. Mehr noch: Mit ihren standardmäßigen Lieferantenaudits und teils weit darüber hinausgehenden Anforderungen an die Dokumentation rücken selbst Herkunftsnachweise bis zum Schlachthof oder davorliegender Produktionsstufen in den Bereich des Möglichen. Der bisweilen nötige Druck, entsprechende Nachweise über mehrere Stufen entlang der Wertschöpfungskette verlässlich abfragen zu können, kann im Geschäft mit zertifizierten Unternehmen selbst bei vergleichsweise geringen Liefermengen aufgebaut werden. Die SGS unterstützt die Fleischbranche bei all diesen Vorhaben und dies, falls erforderlich, weltweit.

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