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Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) definiert Sterilität in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle so, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von <10-6 keine Mikroorganismen in der Probe enthalten sind. Dabei validieren Bioindikatoren, die in einer Konzentration von 106 (1.000.000 Keime) vor der Sterilisation zugegeben werden, den Sterilisationsprozess – sie dürfen nach der Sterilisation nicht mehr nachzuweisen sein.
Welcher Bioindikator verwendet wird, hängt von der Art der Sterilisation ab. So wird zum Beispiel bei Dampfsterilisation im Autoklaven das Bakterium Geobacillus stearothermophilus als Bioindikator zugegeben. Weil das Bakterium aus Geysiren stammt, ist es extrem hitzetolerant und ein guter Indikator für eine erfolgreiche Sterilisation.
Bei steril hergestellten oder endsterilisierten Produkte prüfen wir von SGS INSTITUT FRESENIUS die Sterilität nach den Vorgaben der harmonisierten Methoden von USP und Ph. Eur. in zwei verschiedenen Medien: In der Caso Boullion (TSB = tryptic soy broth) wird bei 20-25°C geprüft, ob aerobe Mikroorganismen, in Thioglykolat-Boullion (FTG = fluid thioglycolate broth) bei 30-35°C, ob aerobe und anaerobe Mikroorganisme vorhanden sind.
Flüssige, filtrierbare Produkte überführen wir mit der Membranfiltration in die Medien, Solida, nicht-filtrierbare Produkte, mittels Direktbeschickung. Die Arzneibücher legen Probenmenge und Anzahl der zu prüfenden Gebinde abhängig von Beschaffenheit, Applikationszweck und Chargengröße fest.
Sind nach der Bebrütung beide Medien (TSB und FTG) klar, haben die Proben die Sterilitätsprüfung bestanden. Bei produktbedingter Trübung der Nährmedien kann ein weiterer Schritt der Sub-Kultivierung notwendig werden, um das Ergebnis sicher beurteilen zu können. In diesem Fall beurteilen unsere Experten die Sub-Kultur.
Die Proben werden entweder im Steriltest-Isolator oder einem Labor (Sterilraum) mit Hygiene-/Zonenkonzept bearbeitet, welches nach der Zone B klassifiziert ist, eine mikrobiologische Sicherheitswerkbank der Zone A enthält und von Zonen der Klassen C und D umgeben ist. Gasdichte Primärverpackungen lassen sich im Isolator auf Sterilität prüfen, großvolumige Parenteralia (> 20 Liter) sind generell besser in einem Sterilraum zu bearbeiten.
Ist die Sterilität erfolgreich nachgewiesen, wissen wir, dass sich keine vermehrungsfähigen Keime in der Probe befinden. Dass sie frei von Pyrogenen ist, haben wir damit noch nicht bewiesen. Pyrogene sind fiebererregende Substanzen, die eine heftige Immunreaktion hervorrufen, in den schlimmsten Fällen vom septischen Schock bis zum Multiorganversagen führen können. Ihr Nachweis ist daher zwingend erforderlich.
Die am weitesten verbreiteten und potentesten Pyrogene sind die Bakterien Endotoxine. An ihnen weist das Labor von SGS INSTITUT FRESENIUS die Apyrognität exemplarisch nach. Endotoxine sind integrale Bestandteile der gram-negativen Zellwand, die Bakterien durch „Schuppung“ abwerfen, bzw. die durch Zerstörung der Zellwand freigesetzt werden. Sie lassen sich mit dem sogenannten LAL-Test (Limulus Amoebozyten Lysat Test) einfach nachweisen und quantifizieren. Ein robuster, schneller und sensitiver Test, der wo immer möglich eingesetzt werden sollte. Das Arzneibuch beschreibt drei Varianten des LAL-Tests: den semi-quantitativen Gel-Clot-Test und zwei kinetische Verfahren, die eine Quantifizierung des Endotoxingehalts zulassen.
Ein weiterer Test auf Pyrogene im Ph. Eur. beschränkt sich nicht auf den Nachweis von Endotoxinen, sondern schließt alle fiebererregenden Substanzen ein. Da es sich um einen Tierversuch (Kaninchen) handelt, kommt er nur dort zum Einsatz, wo der LAL-Test keine eindeutigen Ergebnisse liefert. Um Tierversuche zu vermeiden, wurde im April 2010 ein weiterer Pyrogentest in die Ph. Eur. aufgenommen, der sogenannte Monozyten Aktivierungstest (MAT). Dieser simuliert in vitro die Reaktion des humanen Immunsystems auf pyrogene Substanzen in der Probe. Die Ausschüttung bestimmter Cytokine zeigt an, ob pyrogene Substanzen oberhalb des Schwellenwerts vorhanden sind. Diese Tests belegen, dass parenterale Zubereitungen keine fiebererregenden Substanzen enthalten und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit.
Auch die Prüfungen auf Sterilität und Endotoxine sind integrale Bestandteile im mikrobiologischen Labor von SGS INSTITUT FRESENIUS.
Sagen Sie uns, was wir in diesem Zusammenhang für Sie tun können – wir unterstützen Sie gerne mit unseren Tests und Analysen.
Ihre Ansprechpartner:

Dr. Holger Kühn
Dr. Birgit Schumacher

SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH
Im Maisel 14
D-65232 Taunusstein
Deutschland
t: +49 6128 744 245
f: +49 6128 744 700

SGS INSTITUT FRESENIUS Berlin GmbH & Co. KG
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Die SGS-Gruppe ist das weltweit führende Unternehmen in den Bereichen Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren. Wir setzen global anerkannte Maßstäbe für Qualität und Integrität. Mit mehr als 67 000 Mitarbeitern betreiben wir ein internationales Netzwerk von über 1 250 Niederlassungen und Laboratorien.