Ausländische Produktionsstätten und immer mehr Exporte – die Spielwarenbranche wird zunehmend internationaler. „War China jahrelang die wichtigste Werkbank, eröffnen aktuell immer mehr Hersteller zusätzliche Standorte in anderen asiatischen Ländern wie etwa Indonesien oder ziehen Produktionen zurück Richtung Osteuropa“, sagt Spielzeug-Experte Bernd Jiptner vom Warenprüfkonzern SGS. „Zudem wollen immer mehr Händler und Hersteller neue ausländische Märkte erschließen. Die arabische Halbinsel, die USA und selbst China sind für deutsche Marken interessante Ziele.“

Die Internationalisierung ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. So werden im Ausland gefertigte Produkte von deutschen Kunden oftmals kritisch beäugt. 91 Prozent der Bundesbürger halten heimische Konsumgüter für sicher, bei Waren aus China glauben daran hingegen nur 25 Prozent. Produkten aus Ländern wie Bangladesch und Nigeria vertrauen mit 11 Prozent sogar noch weniger, so die Daten der SGS-Verbraucherstudie.

SGS-Verbraucherstudie: Vorbehalte gegenüber ausländischen Importen

Hersteller und Händler sind also gefragt, verstärkt gegen diese Vorurteile anzugehen“, sagt Jiptner. „Denn Fakt ist, dass weltweit große Anstrengungen laufen, die Qualität und Sicherheit von Importen den hiesigen Standards anzugleichen.“ Vorzeigeprojekt ist etwa die länderübergreifende Schulungsreihe ‚Spielzeugsicherheit‘ der Bundesregierung, dem Deutschen Verband der Spielwarenindustrie und der SGS. Hier werden Mitarbeiter chinesischer Fertigungsbetriebe für die Anforderungen europäischer Märkte sensibilisiert.

Stolperfallen meiden

Eine weitere große Herausforderung globaler Wertschöpfungsketten zeigt sich beim Export in verschiedene Zielmärkte. Denn die gesetzlichen Vorgaben für Spielwaren unterscheiden sich je nach Land zum Teil deutlich. „Vielen Unternehmen fehlen jedoch die Ressourcen, alle Regelungen im Blick zu behalten. Vor allem dann, wenn lokal Neuerungen oder verschärfte Grenzwerte in Kraft treten“, beobachtet SGS-Experte Jiptner. „Als internationaler Warenprüfer erhalten wir daher häufig Anfragen zu länderspezifischen Anforderungen.“

Zunehmend Thema ist zum Beispiel die geforderte CCC-Zertifizierung für Warenlieferungen nach China, mit deren Verfahrensablauf viele Betriebe ihre Probleme haben. Zudem sind ganz aktuell viele Exporte von der Neuregelung des US-amerikanischen Spielzeug-Standards ASTM F963-16 betroffen. Darin werden beispielsweise neue Vorgaben für die Batterie-Sicherheit gegeben sowie zusätzliche mikrobiologische Tests eingefordert.

Wichtig sei es, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten, betont Jiptner. „Das betrifft sowohl die Verlagerung in neue Produktionsländer als auch die Erschließung neuer Märkte für deutsche Exporte.“ Die SGS stehe hierfür als globaler Partner bereit. Das Prüfunternehmen verfügt nicht nur über ein weltweites Labornetz sondern ist auch in die entsprechenden Arbeitskreise des Bundeswirtschaftsministeriums, der AQCIQ und der GIZ eingebunden.

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