Fast vier Jahre hat die International Organization for Standardization an der Neufassung der internationalen Norm für Umweltmanagement gearbeitet: seit Mitte September 2015 ist die ISO 14001:2015 in Kraft und ersetzt die bisherige Norm 14001:2004 in der Fassung von 2009.

Wie bei der ISO 9001:2015 haben die weltweit mehr als 250.000 Unternehmen und Organisationen, die nach der Umweltmanagement-Norm zertifiziert sind, drei Jahre Zeit um die neue Regel einzuführen. Noch ist es möglich, nach der älteren Fassung zu zertifizieren – das ist vor allem für diejenigen wichtig, die sich gerade im Zertifizierungsprozess befinden. Zum 15. September 2018 werden allerdings alle Zertifikate nach der ISO 14001:2004 ungültig.

Je früher Organisationen und Unternehmen auf die neue Norm umsteigen, desto länger profitieren sie von der Laufzeit bei Zertifizierungen und Rezertifizierungen. Es ist also sinnvoll, dass Unternehmen und Organisationen sich mit den Veränderungen und Anforderungen auseinandersetzen, die die ISO 14001:2015 mit sich bringt.

Die wichtigsten Neuerungen der ISO 14001:2015

Die ISO 14001:2015 führt eine High Level Structure ein. Dabei handelt es sich um eine Abschnittsstruktur, die für alle Managementsysteme gelten wird. Bei der Norm zum Qualitätsmanagement, der ISO 9001:2015, gilt sie schon. Die übergreifende Abschnittsstruktur hat den Sinn, Begriffe und Terminologie so zu vereinheitlichen, dass Unternehmen und Organisationen sie besser verstehen und anwenden können. Sie bringt insbesondere bei integrierten Managementsystemen große Vorteile.

Die neue Struktur des Umweltmanagementsystems gliedert sich in zehn Abschnitte:

  1. Anwendungsbereich
  2. Normative Verweisungen
  3. Begriffe
  4. Kontext der Organisation
  5. Führung
  6. Planung
  7. Unterstützung
  8. Operative Tätigkeiten
  9. Bewertung der Leistung
  10. Verbesserung

Die Neufassung rückt die Interessen der Stakeholder bzw. „interessierter Parteien“ verstärkt in den Fokus von Betrieben und Organisationen. Das heißt konkret, dass sie nicht nur alle internen und externen Gesichtspunkte prüfen müssen, die wichtig sind, um die Ziele des Umweltmanagementsystems zu erreichen und diesen Prozess beeinflussen. Darüber hinaus müssen sie die Interessen außenstehender Beteiligter berücksichtigen. Künftig sind also alle Umweltauswirkungen in der Wertschöpfungskette der Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen und Organisationen einzubeziehen.

Auch die Leitung bzw. Management wird stärker in die Verantwortung für das Umweltmanagement eingebunden. Zur strategischen Planung gehört mit der ISO 14001:2015 nun auch, dass die Prozesse (inkl. vor- und nachgelagerte) im Kerngeschäft darauf überprüft werden, ob und welche Effekte sie auf die Umwelt und über die Unternehmensgrenzen hinweg haben können.

Das Risikomanagement gewinnt weiter an Bedeutung. Gefahren und Chancen sind im Zusammenhang mit gesetzlichen Vorgaben und den eigenen Ansprüchen der Organisation oder des Betriebs in Bezug auf die Umweltauswirkungen zu setzen. Auch ohne explizit eine Ökobilanz von Dienstleistungen und Waren zu verlangen, fordert die Neufassung des Umweltmanagementsystems, den gesamten Lebenszyklus zu betrachten – die erweiterte Umweltbewertung. Dazu gehört zudem, dass messbare Kennzahlen zu der Bewertung für das Umweltmanagement einzuführen ist.

„Dokumentierte Information“ fasst als übergeordneter Begriff zusammen, wie nach ISO 14001:2015 Zertifizierte ihre Leistungen beim Umweltmanagementsystem nachweisen. Dies geschieht in eigener Verantwortung der Unternehmen ohne konkrete Vorgaben zu definieren. Mehr Verpflichtungen gibt es bei der Kommunikation: Die Norm schreibt eine externe Kommunikationsstrategie vor, die Kommunikationsziele enthält, die Stakeholder benennt und Berichtszeit und -umfang definiert.

Die Dienstleistungen der SGS für die ISO 14001:2015

Als weltgrößtes Zertifizierungsunternehmen kann die SGS ihre Kunden in vielerlei Hinsicht dabei unterstützen, auf die aktualisierte Fassung des Umweltmanagementsystems umzusteigen:

Trainings und Seminare: Die SGS Academy

Je kompetenter und je besser geschult die Mitarbeiter eines Unternehmens oder einer Organisation sind, desto sicherer ist der Erfolg der Zertifizierung, desto besser können sie die Anforderungen der Norm umsetzen. Fortbildungsbedarf gibt es vor allem für die „neuen“ Themen wie den Stakeholdern, dem Risikomanagement oder der erweiterten Umweltbewertung.

Bei der SGS Academy der SGS Germany GmbH bieten erfahrene Fachleute für diese Mitarbeiter Schulungen mit einem hohen Praxisbezug an. Das einzigartige Konzept „Expertize-me“ der SGS Academy setzt dabei auf modulare Lösungen: Jeder Mitarbeiter bekommt genau das Training, was er für seine Aufgabe braucht. Dies gilt für Kollegen, die nur die Grundkenntnisse der Neufassung benötigen ebenso wie für den Verantwortlichen, der das Projektteam zur Umstellung koordiniert. Für größere Unternehmen und Institutionen können die Inhouse-Schulungen der SGS eine lohnende Alternative sein.

GAP-Analyse und Maßnahmenplan: Beratung der SGS Germany GmbH

Unternehmen und Organisationen müssen nicht nur wissen, was mit der Umstellung auf die ISO 14001:2015 auf sie zukommt. Sie brauchen auch Informationen, wie hoch der Aufwand für die Zertifizierung nach der überarbeiteten Norm für sie ist. An diesem Punkt setzt die GAP-Analyse der SGS an. Sie ermittelt, wo Lücken („GAP“) zwischen den aktuellen Abläufen und dem geforderten Zustand vorhanden sind.

Die GAP-Analyse

  • zeigt konkret, wie die neue High-Level-Structure gerade für integrierte Managementsysteme hilfreich sein kann,
  • verdeutlicht, welcher Handlungsbedarf besteht, damit die Anforderungen an das Risikomanagement erfüllt werden können,
  • untersucht, ob die dokumentierte Information den Ansprüchen der neugefassten Norm zum Umweltmanagement entspricht
  • sensibilisiert die Führungskräfte für ihre neuen Aufgaben,
  • informiert, welche messbaren Kennzahlen Unternehmen und Organisation für die Zertifizierung noch fehlen.

Kurz zusammengefasst: Die GAP-Analyse findet Schwachstellen in Prozessen und Abläufen, die einer erfolgreichen Zertifizierung nach der ISO 14001:2015 im Wege stehen. Sind diese beseitigt, kann der Zertifizierungsprozess für das Umweltmanagementsystem eingeleitet werden.

Implementierung von Maßnahmen: Consultants der SGS Germany GmbH an der Seite der Kunden

Auf die GAP-Analyse folgt der Maßnahmenplan. Hier ist die Begleitung durch erfahrene Consultants der SGS Germany GmbH besonders wichtig, schließlich geht es darum, die Erkenntnisse der GAP-Analyse in die betriebliche Praxis umzusetzen.

Beratungsleistung und -umfang sind vom Bedarf des Unternehmens oder der Organisation und dem Ergebnis der GAP-Analyse abhängig. Das Ziel ist, neue Prozesse ins Unternehmen zu integrieren, damit die Anforderungen der ISO 14001:2015 erfüllt sind. Selbstverständlich können interessierte Unternehmen die Consultants der SGS Germany GmbH auch ohne vorherige GAP-Analyse in Anspruch nehmen.

Voraudit und Zertifizierung: Die SGS ICS GmbH

Beratung und Zertifizierung sind bei der SGS strikt getrennt, auch organisatorisch. Dies verhindert von vorneherein, dass die Unabhängigkeit und Neutralität der Auditoren im Zertifizierungsprozess gefährdet ist. Voraudits und Zertifizierungen übernimmt deshalb eine eigene Gesellschaft: die SGS International Certification Services GmbH

Der Sinn eines Voraudits ist zu prüfen, ob ein Betrieb soweit ist, einen Zertifizierungs-Audit für das Umweltmanagementsystem der ISO 14001:2015 erfolgreich zu bestehen. Wird diese Frage bejaht, kann sofort die eigentliche Zertifizierung beginnen. Andernfalls eröffnet der Voraudit die Chance, unzureichende Abläufe zu erkennen, Mängel zu beseitigen und Maßnahmen zu treffen, die zum Erfolg des Zertifizierungs-Audits führen. Am Ende des Verfahrens stellt die SGS ICS GmbH dem Unternehmen oder der Organisation das Zertifikat aus.

Fragen zur DIN EN ISO 14001:2015

Die Experten der SGS-Gruppe Deutschland stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder melden Sie sich telefonisch bei unseren Ansprechpartnern für Zertifizierungen.

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